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Die SPD trinkt sich Mut an !

Die SPD trinkt sich Mut an. Nach der heftigen Klatsche bei der Europawahl brauchen die Sozialdemokraten dringend ein Stärkungsmittel, einen Mutmacher, einen wirklich kräftigen Fusel. Bundesweit gehen die Umfrageergebnisse in den düst’ren Keller – die rote Variante des „Projektes 18 Prozent“.
Nach wochenlangem Grübeln, nach ausführlicher Analyse nun die überraschende Lösung: „Löhne ist nicht Berlin.“ So lautet die hoffnungsfrohe Parole der versprengten Truppen um Egon, den Kandidaten.
„Löhne ist nicht Berlin!“ Eine Botschaft mit beeindruckendem Informationsgehalt!
„Löhne ist nicht Berlin!“ Das klingt einsichtig und überzeugend.

Nun, es gibt tatsächlich Unterschiede zwischen Löhne und Berlin: Berlin ist geringfügig größer als Löhne, hat auch mehr Einwohner, hat noch mehr Brücken und eindrucksvolle Bauwerke. Dort fließt die Spree und nicht die krumme Werre.
Berlin war jahrzehntelang eine Insel der Freiheit – innerhalb des Sozialismus’, was man von Löhne so nicht sagen konnte.
In Berlin tragen die Sozialdemokraten die politische Verantwortung; in Löhne nicht??? War es nicht die SPD, die hier seit über 50 Jahren mit absoluter Mehrheit herrscht? Keine SPD-Verantwortung für die gigantische Verschuldung? Keine SPD-Verantwortung für die Pleite-Gartenschau? Keine SPD-Verantwortung für rote Wahlkampflügen (siehe die SPD-Versprechen: Keine Steuererhöhung, keine Bebauung des Ostscheider Sportplatzes)? Keine Verantwortung von Schewe und Genossen?

Aber Egon meint trotzig: „Löhne ist nicht Berlin!“

Die Löhner SPD und die Berliner SPD sind demnach also zwei verschiedene Parteien, haben nichts miteinander zu tun? Kein Löhner Genosse hat jemals für die Berliner Genossen geworben, für die Bundes-SPD oder Landes-SPD jemals Plakate geklebt???

Besonders augenfällig wird das neue Mut-Mach-Motto der örtlichen SPD in der vor wenigen Tagen ans Licht gebrachten Wahlkampfplakatierung im Weichbild der Stadt.

    Plakatmuster a) „Gemeinsam Löhnes Zukunft gestalten“ Immerhin erkennbare Ansätze von politischem Realismus bei der SPD. = Auch die Genossen sehen augenscheinlich die Periode der roten Mehrheit als beendet an. - Und in Zukunft soll dann eben – wenn’s nicht anders geht - „gemeinsam“ gestaltet werden.
    Gemeinsam? – Und mit wem? Nach wie vor mit der Barre-CDU in der großen Filzkoalition? Oder soll die bunte PDS demnächst auch mit dabei sein? Klare Fragen – keine Antwort.

    Plakatmuster b)
    Egon – glatt gekämmt und frisch gebürstet – freut sich über seinen neuen Konfirmationsanzug. Seine Parteizugehörigkeit? Fehlanzeige! Da schämt er sich dann doch, die drei Buchstaben „S – P - D“ auf sein Plakat heraufzunehmen. Auch der Einsatz der Lupe bleibt wirkungslos: Kein Hinweis auf die SPD.

„Schämt der sich, Mitglied der SPD zu sein?“
„Warum tritt er dann nicht aus?“
„Kann er nicht, er will ja ihr Kandidat und Vorsitzender sein.“
„Aber wenn der Wähler das mitkriegt, dass Egon doch in der SPD ist?“
„Tja, das wäre aber bitter – das wär’ ne böse Panne!“

Zeitgenossen mit dem Adlerauge können jedoch feststellen: Ein kleines rotes Kästchen ist vom SPD-Partei-Logo noch übrig geblieben: Ein verdeckter Wink an die gebeutelten Partei-Insider: „Seht, eine (kleine) Basis unserer sozialdemokratischen Grundüberzeugung ist ja noch da!

Der Plakat-Text: „Egon Schewe. Unser Bürgermeister“
Und wer sind diejenigen, die ihn „unseren Bürgermeister“ nennen?
Auch diese Frage bleibt offen.

Aber auch Positives: Da, auf dem Plakat, zeigt Schewe doch mal Charakter, seinen ganz persönlichen Stil, die aalglatte ölige Stromlinienförmigkeit: Was nicht reinpasst in die Parteitaktik wird einfach ausgeblendet – notfalls sogar das rote Parteibuch. Schamvoll wird es unter den Tisch gefegt.

Zugern möchte er verschweigen, dass er SPD-Genosse ist. Er möchte nicht mit Kanzler Schröder oder Lügen-Münte in Verbindung gebracht werden.

Während Kurt Quernheim, sein Mitkandidat und ehemaliger SPD-Mit-Genosse sich als parteiloser Parteikandidat der CDU verkaufen möchte, will Schewe, der Links-Außengenosse aus dem Bull-Durchlauferhitzer vom bunten PDS-Adler, gern den Bürger vergessen machen, dass er z.Zt. Spitzen-Mann der örtlichen SPD ist. Frei nach dem Motto:

Wahrheit und Klarheit sind immer die großen Stärken der Löhne SPD gewesen –die verschleierten Millionenverluste der Gartenschau, SPD-Engelkes „Family & Friends – Anteile“ grüßen von ferne.

Jetzt müssen es nur noch die Wähler glauben: „Löhne ist nicht Berlin.“ –

Tatsächlich „Löhne ist nicht Berlin!“ – In Löhne ist es noch schlimmer! Hier wird noch mehr verschleiert und noch mehr geheuchelt – noch mehr als in Berlin!


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