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Weihnachten im Wichtelland mit den Löhner Junggenossen (juSOS)

Das eine Auge lacht – das andre weint. – So verkündet Juso-Pressesprecher Patrik Tiemann gegenüber der Tagespresse: „Wir blicken mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf dieses Jahr zurück.“ Denn „bei den Kommunalwahlen war ein Wahlausgang zu beklagen, den wir uns so nicht gewünscht haben.“

Zerrissen auch die Brust der Wichtel-Sozis. Hier puckern gleich zwei Herzchen.

Einerseits möchte man gern was Nettes schenken – sich andrerseits jedoch mannhaft-tapfer dem spätkapitalistischen Konsum-Terror entgegenwerfen - und natürlich multikulti-mäßig von christlich-deutscher Weihnachtsgemütlichkeit schaudernd distanzieren - so der gefühlsmäßig Befund bei den örtlichen Kinder-Sozialisten.
Aber so ganz kann sich auch die jugendliche Vorhut des Löhner Proletariats nicht der mildernden Wirkung des klingelingenden Weihnachtsglöckleins entziehen. - Also hat das andere Herzchen in der stolz geschwollen - gelegentlich schon flaumbehaarten - Brust der possierlichen Polit-Wichtel dem weltrevolutionären Klassenkampf eine Unterbrechung, ein wochenlanges Päuschen, verordnet.

Die ganze Stadt Löhne soll beschert werden. Überraschend großzügig fällt das avisierte Präsent aus, das die SPD-Sprösslinge dem amtierenden Bürgermeister angedeihen wollen:
Anlässlich der Juso-Weihnachtsfeier im süßlich-verräucherten Parteibüro der SPD-Genossen wurde bei Apfel, Nuss und Mandelkern sowie nach dem Genuss einiger mächtiger Humpen Glühwein beschlossen, dem neugewählten Bürgermeister großzügigerweise „eine Schonfrist von etwa zweieinhalb Monaten“ (LZ 23.12.04) einzuräumen.

Keine Frage: Diese sensationelle Weihnachts-Froh-Botschaft muss in der Führungsetage des Rathauses einen wahren Freudentaumel auslösen. Der Bürgermeister wird wohl gänzlich aus dem Häuschen sein, die Schampuskorken knallen lassen und nur so mit Luftschlangen um sich werfen.

Eine richtige S c h o n f r i s t als Geschenk – und auch von diesen ausgemachten politischen Hochkarätern, sämtlichen vier Jusos: Hosianna, Freude, Übermut, Konfetti!

Dann jedoch bezieht sich der strahlende Weihnachtshimmel wieder; da, so die düstere Juso-Ankündigung, wir werden „im nächsten Jahr damit beginnen, genau dass anzusprechen, was uns nicht passt, und genau das zu kritisieren, was wir für kritikwürdig halten.“ (LZ 23.12.04) - - -

Uns schlottern noch die Knie in Erinnerung an die machtvollen 4-Mann-Demos, Sitz- bzw. Stehblockaden zugunsten des wahlkämpfenden „Sudel-Egons“. Und, kaum ist der von den Juso-Aktionen hervorgerufene Angstschweiß etwas getrocknet, nun schon wieder dies?

Wir kratzen uns am Hinterkopf und fragen:

„Warum der überraschende Kurswechsel im nächsten Jahr? Und was haben die Polit-Wichtel denn in diesem Jahr gemacht? Haben sie bisher tatsächlich nur genau das kritisiert, was gar nicht kritikwürdig war???“
Offenbar bleibt in Sachen >Logik< für den Juso-Ziehvater und diplomierten SPD-Chef-Wahlkämpfer Christian Antl noch einiges aufzuarbeiten!

P.S.: Wie aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle nunmehr verlautet, will auch eine vierköpfige Gruppe von - mit geschmackvollen roten Zipfelmützen bewehrten - Revoluzzer-Gartenzwergen im Sandkasten am Goldfischteich in der Martin-Luther-Straße 6 eine (Winter)-Pause einlegen.
Nach hitzigen Diskussionen wurde beschlossen, dem strohhut-bedeckten Gärtnersmann eine zweieinhalb-monatige Schonfrist, eine einseitige Kampfpause, anzubieten - - - aber beileibe nicht unbegrenzt.
Denn ... spätestens wenn der letzte Schnee geschmolzen ist, wenn sich das letzte Schneeglöckchen ausgebimmelt hat, dann wird das Schüppchen wieder hervorgekramt, die rote Fahne erneut gewedelt, die „Internationale“ abermals mit zarten Knabenlippen intoniert und schließlich mit der geballten linken Faust unerbittlich zurückgeschlagen.
Dann geht’s dem dekadenten Kapitalismus im Trainings-Camp „Zum Goldfischteich“ aber wieder mächtig an seinen dreckig-speckigen Ausbeuterkragen. -
Dann wird kein „Pardon“ mehr gegeben!
„Venceremos – Wir werden siegen!“ so schallt es über die Entengrütze.


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