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Wie die Kesselflicker .... oder: Überleben in Gohfeld

Der Umgangston zwischen den Löhner Genossen wird immer rauer. Die Stimmung ist auf dem Gefrierpunkt angelangt.
Was war passiert?

Die Genossen aus Obernbeck, an der Spitze der Ex-Kandidat Egon, sahen sich veranlasst, zurückzuschlagen – und zwar gegen die eigenen Partei“freunde“.

    Ausgangspunkt waren einige frischgewonnene Erkenntnisse, die sogleich von Ulf Hanke, in Personalunion engagierter SPD-Aktivist und umtriebiger NW-Mitarbeiter, der Öffentlichkeit zugeführt wurden:

  1. Nach gut 100-tägigem Reflexionsprozess, bei dem Jahresrückblick „mit traurigen Augen“ [so die NW vom 24.1.05] wird langsam in der Obernbecker Genossen-Runde deutlich – was einige besonders pfiffige Nicht-Sozialisten schon am Abend der Kommunalwahl gepeilt hatten:
    „Es gibt einen klaren Verlierer der Kommunalwahlen: Das war die SPD!“ so kenntnisreich der Schewe Egon.

  2. An diese elementare Erkenntnis knüpft sich eine weitere an: Schuld daran sind die „müden Genossen in Gohfeld“ – Denn dort fehlten „die entscheidenden Stimmen“. Weitere Übeltäter sind die (Stimmen)-Looser aus Mennighüffen, wo es wegen der bösen LBA „überdurchschnittlich hohe Verluste“ gab!

  3. Völlig unschuldig hingegen sind die wackeren Genossen aus Obernbeck - und ganz besonders unschuldig ist "uns Egon", da er - beim jetzigen Rückblick kam ’s raus - das von ihm selbstgesteckte Ziel bei der Bürgermeisterwahl von "30 Prozent" locker überboten hat! (Wir gratulieren nochmals!)

  4. Und, mit Blick auf den gewählten Bürgermeister: „Wir haben jetzt einen, den wir nicht haben wollten.“ [NW 24.1.05]

Die Wahlanalyse aus dem Unterholz des Ellerbusches - verbunden mit der bittere Schuldzuweisung – kam jedoch nicht so ganz voraussetzungslos.

Denn - wenige Wochen zuvor hatte der altgediente sozialdemokratische Oberlehrer Gerd Krahe, Dauerfraktionsvorsitzender und ratsbekannter Besserwisser (Volkes Stimme: „der Sonnenkönig vom Osterbach“) seinerseits aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht.
Aus Anlass der offiziellen Verabschiedung von Alt-Bürgermeister Hamel – im Rahmen der ersten Sitzung des neuen Stadtrates am 14. Oktober – fand Krahe wirklich wohlgesetzte, aber auch wehmütige Worte der Würdigung. Zentrale Aussage der Krahe’schen Laudatio, die dem Ex-Kandidaten Egon knackig vors Schienbein gerummst wurde:
„Ja, mit Dir, lieber Werner, haben wir jahrelang immer sehr gute Wahlergebnisse eingefahren!“ - - - (Tja, so ist da nun mal. Auch die schönste Zeit geht einmal vorbei.)

Selbst im hintersten Winkel der gut gefüllten Zuschauertribüne im großen Ratssaale war zu erkennen, dass der - gerade vom dritten zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister aufgestiegene - Schewe Egon wie unter einem Peitschenhieb zusammenzuckte und anschließend – im Gesicht so fahl wie das von ihm häufig überreichte städtische Senioren-Geburtstags-Handtuch – keinen Blickkontakt zum SPD-Fraktionsvorsitzenden Krahe mehr herstellen wollte.

Tage später, bei der Retourkutsche gegen die „müden Gohfelder Genossen“ setzt nun Schewe seinerseits das muntere Spiel mit den vergifteten Komplimenten weiter fort.

In der Tagespresse [LZ 27.1.05] attestiert Schewe, der nebenbei auch SPD-Stadtverbandsvorsitzender ist, dem eigenen Obernbecker Ortsverein: „Ihr seit doch der handlungsfähigste Ortsverband!“ (Anders formuliert: Mit der Handlungsfähigkeit der Gohfelder und Mennighüffener Genossen ist das – im Gegensatz zu meiner Obernbecker Sieger-Truppe - nicht so richtig dolle.)

Dies wiederum können die „müden Genossen aus Gohfeld“, die mit der eingeschränkten Handlungsfähigkeit und den gerupften Wahlergebnissen, aber nicht so auf sich sitzen lassen. Es soll das Gegenteil bewiesen werden:
Nämlich: "Auch in Gohfeld treiben die Sozis beinharte Basisarbeit, haben Daumen und Zeigefinger immer am Puls der Bevölkerung!"
Und sie sind – Winterschlaf hin – Frühjahrsmüdigkeit her – ganz schön ausgeschlafen.

Gesagt, getan. Nach vollzogenem Mittagschläfchen, steigen die vier Genossen des Ortsvereins, unter ihnen drei beamtete Pädagogen, in ihre molligen Winterjacken. - Dann wandern sie durch’s Dorf.

Parole: "Überleben in Gohfeld"

Ziel: Pressewirksam soll’s dokumentiert werden, wie die Sozialdemokratie den Menschen in Gohfeld tatkräftig unter die sprichwörtlichen Arme packt.
Doch erst an der Nordbahnstraße wird man fündig.
Ungeheuerliches bietet sich den hilfsbegierigen Sozialdemokraten dar: Dort steht ein alterschwacher, vom Zahn der Zeit angenagter Lattenzaun. Daneben liegt und rostet eine verlorene Eisenstange.

Die Genossen nehmen Aufstellung. Die mitgebrachte Kamera klickt. Der Genosse Pressewart kann seines Amtes walten. (NW 28.1.’05)

Nun endlich ist der Beweis erbracht:
Wahlkampfmüdigkeit und Politikverdrossenheit haben bei den Gohfelder Genossen keine Chance mehr. - - -
Schade nur, dass die Kommunalwahl schon längst vorbei ist.
Sonst hätte auch >unser Egon< zugeben müssen:
„Gohfelder SPD - - - die tun was!“

P.S.: Dass der Zaun repariert,
die Stange von Krahe & Co geborgen wurde,
dass konnte leider nicht vermeldet werden.


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