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Nach großen Sprüchen kam die völlige “Rolle rückwärts”:

Demenz bei der SPD Mennighüffen?

Wir erinnern uns amüsiert:
Am 28.2.00 titelte die NW: "SPD schließt EMR-Verkauf aus" und berichtete ausführlich darüber, wie die SPD im Kreis Herford anlässlich eines Parteitages den über 1.000 EMR-Beschäftigten und ganz besonders dem eingeladenen EMR-Betriebsratsvorsitzenden Reinhard Luhmann ihre solidarische Unterstützung im Kampf um die Erhaltung des EMRs zusicherte.

"Ein Verkauf des Unternehmens komme für die SPD nicht in Frage, hieß es unter großem Beifall auf dem Kreisparteitag in Bünde." (NW 28.2.00)
Wenige Tage später wurde das glasklare "Njet" der SPD zum Verkauf der kommunalen EMR-Anteile nochmals ganz ausführlich von der intellektuellen Elite der ostwestfälischen Genossen, dem Mennighüffener Ortsverein, untermauert.

(Originalzitate NW 17.3.00)

Kein Wunder, dass bei derart stichhaltigen und eindrucksvollen Gründen es den Genossen binnen Jahresfrist gelang, eine umtriebige "Anti-EMR-Verkaufs-Bürgerinitiative" zu gründen und mit Bienenfleiß kreisweit mehr als 14.000 Unterschriften gegen den Verkauf zu sammeln. Alsbald zog man frohgemut vor das zuständige Verwaltungsgericht - wo die Genossen dann allerdings komplett "auf die Nase fielen":
Das Verwaltungsgericht Minden erklärte das Bürgerbegehren gegen den Verkauf der EMR-Anteile für unzulässig und wies kurz und trocken die Klage ab. Und, der Kreis Herford vereinnahmte die Erlöse für die verkauften Anteile (NW 18.10.01).

Der Löhner SPD-Ratsfraktion blieb es jedoch vorbehalten, zum Gesamtkomplex "kommunale EMRAnteile" den krönenden Schlusspunktzu setzen, der wie die sprichwörtliche "Faust aufs Auge" zu den eindrucksvollen SPD-Bedenken aus dem Jahre 2000 passt:
In der Ratssitzung vom März 2005 forderten exakt die gleichen Genossen, die damals das obige Horrorszenario mit kräftigen Farben dem Wähler - grad passend zur damaligen Landtagswahl vom Mai 2000 - ausgemalt hatten, eine recht bemerkenswerte Beschlussfassung:
Der Kreis Herford wird auf Antrag der SPD aufgefordert, nun auch die restlichen EMR-Anteile mit einem Nominalwert von 2,2 Millionen Euro abzustoßen und zu verkaufen! (LZ 9.3.05)

Wie kann eine einzelne Partei in so kurzer Frist nur so hartherzig und unmenschlich werden, uns all diesen Übeln wissentlich aussetzen, alles nur um des schnöden Mammons willen?
Ein kaltes Grausen kommt uns an.
Vielleicht macht dieses kleine Lehrstück über die Bocksprünge der sozialdemokratischen Politik aber auch deutlich, weshalb in Deutschland gegenwärtig so viel von Parteienverdrossenheit die Rede ist!


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