
Werner ist sauer, genauer gesagt, er ist stinksauer.
„Wenn man 44 Jahre Mitglied der SPD ist, 29 Jahre im Rat der Stadt gewesen ist, davon 12 Jahre Bürgermeister, ist es verdammt schwer, die neue politische Strategie der SPD-Fraktion zu verstehen.“ gibt Werner Hamel dem NW-Redakteur zu Protokoll (NW 5.3.’07).
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Werner ist also auf seine alte Partei, die SPD, sauer und sauer auch auf ihre „neue Strategie“.
Werner hat mitgekriegt: Seit der letzten Ratssitzung, seit dem 28. Februar ’07, hat die SPD eine „neue Strategie“.
Bis zum „lüttken“ Februar 2007 hatte die SPD eine „alte Strategie“, die war ganz einfach:
„Wir sind dagegen – gegen Haushaltssanierung, gegen Sparen, gegen Kürzen und natürlich auch gegen Bürgermeister Q.“
Jetzt haben die Genossen das Ruder um 180 Grad herumgerissen, den Kurs gewechselt und somit eine neue Strategie:
Auch ganz schlicht: Wir sind nun dafür. Also für das Haushaltssicherungskonzept, für das Sparen, für das Kürzen und natürlich auch für Bürgermeister Quernheim und seinen Haushalt (Sogar Egon, Q’s alter Gegenkandidat, ist jetzt dafür, hat eingesehen: Der Kurs von Q. ist richtig).
Da wird Werner nachdenklich. Denn jetzt, nach dem Kurswechsel der Genossen in Richtung einer schwarz-roten Koalition, müsste für die SPD doch wieder alles möglich sein, müsste es doch wieder Einflussmöglichkeiten der SPD geben, könnte man doch die bösen Kürzungen der Bürgerlichen wieder wegputzen und rückgängig machen.
Also: Warum tut die SPD das nicht? Warum keine Rolle rückwärts bei den Sparmaßnahmen und dann auch bei der AWO-Zuschuss-Kürzungen???
Werner dazu: „Es wäre nötig, mit anderen, der AWO nahe stehenden Verbänden und Organisationen Gespräche zu führen, um gemeinsam für ein Löhne mit sozialem Gesicht streiten zu können.“ (NW 5.3.’07)
Sprich, das schwarze UHW macht Druck auf die CDU, die rote AWO – siehe Werners Verlautbarung - macht Druck auf die SPD – und dann könnte die Löhner Klientelpolitik wieder fröhliche Urstände feiern, dann wäre endlich alles wieder so, wie es Werner seit Jahrzehnten kennt, schätzt und liebt.
Und finster drohend fordert der AWO-Chef Hamel in Richtung SPD den baldigen Vollzug ein:
Sonst - ja sonst hätte die SPD die „Axt an die gemeinsamen Wurzeln gelegt“.
Ja, dann würde bei der Arbeiterwohlfahrt wohl nicht mehr vor der nächsten Wahl zur Stimmabgabe für die Sozialdemokratie aufgerufen – und das wollen die Genossen doch wohl nicht ernstlich ausprobieren – oder?
P.S.: Ach ja, der interessierte, ja „neugierige“ Betrachter nimmt noch Wetten an, wie lange es dauern wird, bis die SPD den schwarzen Koalitionspartner vom Ende der Sparpolitik überzeugt hat, bis die Klientelbegünstigung in Richtung Werner und seine AWO wieder aufgenommen wird.
Und, wen wundert’s ...
... auch Egon und seine Varieteegenossen wollen – so ist zu vernehmen – bald wieder ihre hungrigen Mäuler aufsperren und auch ihren alten Anteil an den Steuergroschen zurück haben – Werner sei Dank.

