
Weiberfastnacht in Löhne - Prinz Karneval in Löhne
Auf ein kategorisches "Nein, Nein und nochmals Nein" stieß der Wunsche einiger, an den Gestaden der Werre neuerdings siedelnder Import-Jecken, auch in Löhne dem rheinisch-katholischen Brauche nachgehen zu wollen, aus Anlass von "Weiberfastnacht", das Löhner Rathaus zu stürmen. Mit Händen, Füßen und sämtlichen Pappnasen wehrte sich der Vorstand des VzFdFaW / VNuN ("Verein zur Förderung des Frohsinnes am Wasserkrater / Vereinigte Närrinnen und Narresen - nördlich und südlich der Werre -") gegen den Vorschlag, die Machtübernahme im Kachelbau an der Oeynhausener Straße vorzubereiten.
Vereinspräsident Werner Hammel-Sprung
gegenüber
dem Redakteur Fiedjof Grinz vom "Löhner Forum": Eine
Erstürmung des Rathauses durch die Löhner Frohsinnsfreunde wäre in diesem
Falle total kontraproduktiv. - Sicher gelten manchen Zeitgenossen die
Ostwestfalen als eher unheiter. Und Löhne ist auch in vielerlei Hinsicht
ein karnevalistisches Entwicklungsgebiet. Auch sollte man tatsächlich
jedes auch noch so zarte Pflänzchen sorgsam pflegen und (natürlich)
gehörig begießen.
Doch gerade im Rathaus anzufangen, würde bedeuten, das Schwein am
Schwanze aufzuzäumen. In Löhne gelten ganz andere Gesetze: Jede Veränderung
im Rathaus würde das dort vorhandene Übermaß an Narretei nur mindern
können!
Fiedjof Grinz: Was bringt Sie zu solch einem liebevollen Urteil über unser Rathauspersonal?
Hammel-Sprung: Die Ratsherren
der Partnerstadt Schilda waren - verglichen mit ihren Löhner Kollegen
- dilettantische Anfänger und absolut einfallslos. - In Schilda versuchte
man ja immerhin, noch ein wenig Licht ins Rathaus zu bringen. Da sind
die Löhner Ratsherren aber deutlich weiter.
Den Löhner Stadtoberen droht auch in den klassischen Karnevalsmetropolen
keine ernsthafte Kollegenkonkurrenz. Diese waren selbst in langen karnevalistischen
Jahreszeiten nicht einfallsreich genug, um
- raketenfreie Waldstücke zur Kriegsverhinderung zu beschließen
- eigenheimgroße Löcher in die Erde zu bohren, um gelungenen Gartenbau zu dokumentieren
- vor der Gesamtschule einen Kifferladen zu installieren
- während einer Ratssitzung das Dezernenten-Springen als Auflockerungsübung einzuführen.
Weder in Köln noch in Mainz kamen unsere närrischen Freunde
auf den Trichter,.gif)
- Maulkörbe an Verwaltungsbeamte zu verteilen
- eine Profi-Bier-Abfüllanlage ins Standesamt einzubauen
- den Stadtkern durch eine Investorenwüste zu ersetzen
- nach alter Voodoo-Methode - mit fünf in Mutter-Erde versenkten Stahlstühlen, eine gelungene Stadtbildung zu beschwören.
Respekt - so etwas haben
nicht mal unsere Altvorderen in Schilda erdacht. Kein Kämmerer kam dort
- wie kürzlich im Kachelbau geschehen - auf die Idee, für
seinen Pleitehaushalt die US-Amerikaner in Haftung zu nehmen. - Das hat Format; das hat Stil; das lässt sich nicht mehr toppen.
Sie sehen, lieber Herr Grinz, jede Veränderung der Herrschaftsstrukturen
im Rathaus würde das Leben in der Werrestadt ernster und trister machen
und alle Chancen auf weitere Narreteien müssten dahinschmelzen. Deshalb
wird das Rathaus in Löhne nicht gestürmt - - - jedenfalls noch nicht
in diesem Jahr!

